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Jüdische Gemeinde Villingen-Schwenningen

Juden der Jüdischen Gemeinde danken für erste Früchte und feiern Shavuot

Villingen, 31.05.2007

Das "Wochenfest", hebräisch "Schavuot", wird am 6. Sivan des jüdischen Kalenders gefeiert, der in diesem Jahr auf den 23. Mai gefallen ist. In Israel ist schon richtig Sommer und es gibt eine große Auswahl an Obst. Zu den Orangen, Grapefruits, Mandarinen und Zitronen, die uns im Winter das nötige Vitamin C geliefert haben, kommen schon im Januar und Februar die Erdbeeren. In der Zeit vor Schavuot, im Mai und Juni, wenn man in Deutschland anfängt, sich auf die Erdbeeren zu freuen, reifen in Israel schon die ersten Aprikosen, Pfirsiche, Zwetschgen, Trauben und Melonen. Gott hat seinem Volk ein Land gegeben, das nicht nur von Milch und Honig fließt, sondern auch viele verschiedene Arten von Obst, Gemüse und anderen Früchten bietet.

Doch was wären alle diese Früchte ohne das Brot. In 3. Mose 23,15-22 wird genau beschrieben, wann und wie dieses Fest der Ernte und der Erstlinge zu feiern ist. Als Erstlingsgabe hatte man ursprünglich zwei Brote als Schwingopfer dargebracht. Da man nach dem Pessach-Fest in der so genannten "Omer-Zählung" sieben Wochen plus einen Tag zählt, wird dieses Fest "Wochenfest", "Schavuot", oder nach dem griechischen Wort für "Fünfzig", "Pentekostos", auch "Pfingsten" genannt.

Zu jedem Fest in Israel gehören bestimmte Speisen. "Schavuot" ist undenkbar ohne Käsekuchen und Milchprodukte. Diese Sitte wird ganz unterschiedlich erklärt. So lernen die Schulkinder in Israel, dass unser Volk "vorsichtshalber" am Anfang nur Milch gegessen habe, weil die Tora noch ganz neu war und die einzelnen Gesetze noch nicht bekannt waren. Deshalb war auch nicht klar, wie die heute Kaschrut (Trennung von Fleisch und Milch) berücksichtigt werden sollte.

Andere sehen die Milchspeisen als Symbol für die Trennung von allem "Fleischlichen", die im Zusammenhang mit dem goldenen Kalb vollzogen werden sollte (2. Mose 32). Wer das Hohe Lied auf seine Beziehung zum Wort Gottes überträgt, denkt bei den Milchspeisen an den Satz: "Honig und Milch sind unter deiner Zunge" (Hoheslied 4,11). Wieder andere verweisen darauf, dass der Zahlenwert des hebräischen Wortes "Chalav", Milch, 40 ist. Vierzig Tage war Mose auf dem Berg Sinai.

 

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