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Villingen - Schwenningen und Schwarzwald Baar e.V.

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Parschat Chaje Sara

Paraschat Chaje Sara

„Es betrug das Leben Saras 100 Jahre und 20 Jahre und 7 Jahre – das sind die Jahre des Lebens Sara" )Ber. 23,1)

Eigentlich ist es eine umständliche Methode das alter eines Menschen so zu beschreiben, doch eine brilliante Erklärung des Midrasch erläutert uns diese Art:

„ Es ist hier das einzige Mal, das im Tenach von dem erreichten Lebensalter einer Frau erzählt wird. Das die Weisen darauf hindeuten, wie sich hier das Lebensalter in drei Gruppen darstellt.. Nehmen wir es, weil es sich ohne weiteres darbietet, so wird uns berichtet das Sara nicht 127 Jahre, sondern 100Jahre, 20 Jahre und 7 Jahre lebte. Diese drei Zeitabschnitte repräsentieren uns den Entwicklungsgang eines Menschlebens: das Kindesalter, die reife Jugend, das vollendete Greisenalter. Ein geistig und sittlich vollkommenes Leben lässt sich nicht besser ausdrücken als: er was las Greis Greis, als Mann Mann, als Kind Kind. Ja unsere Weisen bemerken ja noch weiter: der wahrhaft Lebende nimmt aus jedem Alter die dieses Alter krönende Eigentümlichkeit mit hinein in das spätere Leben. Sahra nahm Ihre Schönheit des Kindes mit in das Frauenalter, und die Unschuld der zwanzigjährigen Frau mit ins Grab." Raschi versteht die nochmalige Zusammenfassung am Satzende – „dies sind die Jahre des Lebens Sara" als Hinweis auf die gleichbleibende Lebensqualität aller Jahre. Aber war Saras Leben wirklich nur Freude, Glück und Sonnenschein? Wie stand es um das Verlassen der Heimat, die beschwerliche Reise nach Erez Israel, die Gefangenschaft bei Pharao und Abimelech, die Sie besitzen wollten. Die Kinderlosigkeit und dadurch zum Gespött der 
Nebenfrau Hagar zu werden, waren dies nur gute Jahre? Nach Rabbi Jehuda Arje beeinflussten all diese unschönen Ereignisse und Erlebnisse Sara nicht. Sie bleib unerschütterlich in ihrem Vertrauen auf Gott, sie ging unerschütterlich Ihren Weg an der Seite von Awraham. Sie hatte bis zum letzten Atemzug eine positive Einstellung zum Leben.

Der Midrasch bezieht folgende Stellen aus den Psalmen 37, 18 auf Sara: „ Gott kennt die Tage sittlich ganzer Menschen und ihr Erbe bleibt für die Ewigkeit".

Ganze Menschen, Menschen, die ausnahmslos alle ihre Beziehungen Gott unterordnen... wie bescheiden auch ihr Glück sein mag, oder wie bedrückend ihre Lebenstage sein mögen. Gott ist Ihnen jeden Tag nahe und keiner ist bedeutungslos. Allein, ihre eigentliche Errungenschaft, das lässt sich nicht nach der äusseren Erscheinung ihrer irdischen Tage ermessen, das reicht über die kurze Spanne ihres irdischen Lebens weit hinaus, das geht mit ihnen in die Ewigkeit und von ihnen auf ihre Kinder über."

Die Prascha beginnt mit dem Ableben von Sara und endet mit der Ehe von Jizchak und Riwka Ber.24,67). Das geistige Erbe von Sara geht auf Riwka über, wie die Geschichte am „Brunnen" beweist (Ber.24,15 ff) sie ist würdig den Fortbestand der Awraham- Familie zu sichern.

Nicht immer ist es gut auf das Alter zu sehen, - der ist 20 – und ich bin 45 oder passen die vom Alter her noch zusammen? Schönheit ist auch nicht eine äußerliche Angelegenheit alleine, sie kommt von Innen. In jedem Lebensabschnitt sollen wir uns der vergangenen Lebensabschnitte erfreuen und auch ruhig auch mal spielen wie Kinder unbeschwert lachen wie sie. Denn Gott kennt die Tage „ganzer" Menschen (die sich aller Epochen Ihres Lebens gerne bewusst sind) und ihr Erbe bleibt für die Ewigkeit".

Rav. Mordechay Kahane

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