Parschat Lech Lecha
Zehn Prüfungen musste Abraham bestehen. Dies zeigt, wie groß die Liebe und das Vertrauen zu Gott war. (Pike Awot 5,3)
Maimonides erklärt uns, das schon der erste Satz des Wochenabschnitts die erste Prüfung für
Abraham war. „ Gott sprach zu Abraham; Gehe für dich von deinem Land, deinem Geburtsort und deinem Vaterhaus zu dem Land, das ich dir zeigen werde" (Ber.12,1) Und mit denselben Worten „Lech Lecha", gehe für dich, wird die zehnte Prüfung, die schwerste, die versuchte Opferung seines Sohnes Jizchak eingeleitet. (Ber. 22.2) Das Wort „Gehen" zieht sich wie eine Überschrift durch die Geschichte von Abraham, aber auch dem jüdischen Volk. Mit Ihm beginnt der erste Jude und damit auch das jüdische Volk seinen Weg durch die Geschichte der Welt.
Raschi erklärt das auffällige „gehe für dich" im Sinne von „zu deinen Gunsten, zu deinem Vorteil": "Dort werde ich dich zu einem großen Volk machen, hier wirst du keine Nachkommen bekommen." Abraham verlässt die große und reiche Stadt Charan in Nordsyrien und zieht in das kleine Eretz Jisrael, denn erst dort wird er von Sara im hohen Alter einen Sohn bekommen. Es ist, als würde die Thora uns Juden sagen, das in der Fremde in der Geula kein Jude eine gesicherte Zukunft haben kann. Nur eine Zukunft auf Zeit- Das Ziel des jüdischen
Volkes zu allen Zeiten, der Ort für Abrahams Kinder ist und bleibt aber Erez Jisrael. Sehr bemerkenswert ist jedoch auch, das erste Gebot, das Abraham von G´tt aufgetragen bekam. Es ist die Mitzwot von „Jeschuw Erez Jisrael" , die Besiedlung des Landes. Dies lässt
uns dann auch einen anderen Satz in unserem Wochenabschnitt in einem anderen Licht sehen.
Abraham ist im Land und bekommt von Gott nun den Auftrag:
„Steh auf, gehe im Land umher nch seiner Länge und seiner Breite, denn dir will Ich es geben." (Ber. 13,17) Wozu das dieses Erwandern dies abmarschieren der Flächen nach seinen Längen und Breiten. Der Talmud bemerkt, das nach Rabbi Elieser ein Grundstück durch
Begehen erworben wird (Bawa Batra 100a) und Benno Jacob verweist uns auf eine Stelle hin im 5. Buch Moses, wo Mosche zum Volk sagt;
„Jeder Ort, den euer Fussballen betreten wird, soll euer werden, von der Wüste und dem Libanon, von dem Strom, dem Euphratstrom, bis zum Mittelmeer soll euer Gebiet sein.(Dew.11,24) Als symbolisches Zeichen der Besitznahme durchzieht Abraham das ganze
Land.
Welchen Kern können wir aus der Geschichte für uns ziehen?
Es ist nicht immer gut ein Gesellschaftsmensch zu sein, der sich allem anpasst und nachjagd. Denn wir sollen unter uns bleiben, uns in uns, weiterentwickeln ohne der Einwirkung fremder Assimilationen. Wir sollen so wie Abraham das Land, die Thora durchwandern um sie uns zu Besitz zu machen. Denn nur durch Sie und Ihr Studium können wir zurück in das Land das Gott uns durch Abraham und Mosche zu Besitz gegeben hat. Denn nur wenn wir unsere eigenen Prüfungen bestehen lässt uns Gott in sein Land.
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Und wer weis, vielleicht beschreibt die obige Thorastelle sogar den positiven und bereinigenden Einflussbereich, den die Thora haben kann auf einen jüdischen Staat, in einer in Frieden zusammenlebenden neune Völkergemeinschaft?
Rav. Mordechay Kahane