Der richtige Umgang mit Prioritäten
„Und Noach, der Mann des Bodens, fing an und pflanzte einen Weinberg. Und er trank von dem Wein und wurde betrunken und entblöste sich inmitten seines Zeltes" ( Ber. 9, 20-21)
Die Kommentare der Thora, kritisieren die Handlungen Noach und werfen im vor, damit einen moralischen Niedergang eingeleitet zu haben. Bemerkenswert ist es, das es eine einzige
weitere Thorastelle gibt, in dem das Wort (hebr.: „Wajachel") ebenfalls im negativen Sinn
betrachtet wird. – ( Und das Volk begann (Wajachel`) unsittlichen Umgang mit den Töchtern von Moaw" (Bam.25,1) Raschi sagt in einem Kommentar „ fing an" das Wort hat auch in der hebräischen Bedeutung „ profan seiend": daher Raschis Kommentar – Noach machte sich selbst profan, er degradierte sich. Auffallend ist es das Noach noch vor der Sinnflut als „gerechter Mann" bezeichnet wird und nun nennt man ihn nur noch einen „Mann des Bodens". Dies ist eine weit weniger hohe geistige Stufe, - er ist von einem Gerechten einem „Zadik" zu einem Mann des Bodens geworden. Doch in dem Anbau eines Weinberges ist ja noch keine schlechte Tat zu erkennen. Und hat G´tt nicht bei der Schöpfung alle Bäume und Sträucher für uns gepflanzt? Der Akt des Pflanzens ist es nicht, sondern vielmehr die Art der Pflanzung und die Reihenfolge. Noach`s Fall von einem Zadik zu einem Mann des Bodens erfolgte durch den übermäßigen Weingenuss, der zur Entblösung und zur Demütigung führte. „Wajita" kommt noch ein weiteres Mal in der Thora vor. „Abraham aber pflanzte (Wajita`) eine
Tamariske in Berschewa" (Ber. 21,33). Abraham entschied sich als erste Pflanzung nicht einen Weinberg zu pflanzen sondern eine Tamariske, einen Baum, der den müden Wanderer zu Rast einlädt, ihm Schatten spendet. Eine Pflanzung die den Menschen nicht wie der Weinstock zum Verhängnis führen kann.
Dies bedeutet nicht, dass die Thora dem Wein und Alkoholgenuss negativ gegenübersteht. Nein Alkohol wird uns nicht verboten. Im Gegenteil, er wird gepriesen,
ja es wird ihm sogar eine heilende und therapeutische Funktionen zugeschrieben: „ Und der Wein, der des Menschen Herz erfreut" (Tehilim 104,15) oder „gebt Wein dem Verbitterten, er trinke.... und gedenke nicht mehr seiner Mühsal" (Mischle 31,6.)
Und im Talmud wird bemerkt, das der Wein unbedingt zu einem freudigen Ereignis dazugehört. (Passachim 109a). Es ist der Becher Wein zu Kiddusch am Schabbat und zu den Feiertagen, der uns in Feiertagsstimmung versetzen soll.
Doch Noach, der den Sittenverfall vor der Sintflut kannengelernt hatte und die Wirkung von einem Übermäßigen Genuss kannte, ihm hatte es besser getan, wenn er Getreide
oder Olivenbäume gepflanzt hätte. Auf die Priorität die man sich setzt kommt es im Leben an.
Was nehmen wir für aus der Paraschat?
Wir sollten Prioritäten setzen in unserm Handeln und dabei nicht die Thora außer acht lassen. Einen klaren Kopf behalten, wenn es darum geht unsere Existenz zu sichern. Die Dinge haben vorrang, die uns zur Erhaltung unseres Lebens zwingen. - Arbeiten damit wir ein Dach über den Kopf haben, wir genug zu Essen haben. Andere zu unterstützen, wenn sie Not leiden.(Mitzwot) Unser Arbeit so ausrichten, das wir nicht am Rande der Not stehen sondern, so das wir mit unsere Arbeit auch dem Nächsten beistehen können. Wenn wir das errecht haben, ist Gott mit seiner Schöpfung Mensch zufrieden und wir können es auch sein.
Rav. Mordechay Kahane