Paraschat Toldot - Der Betrug
Diese Stelle hat vielfache und sehr verschieden gesinnte Auslegung gefunden. Wir verschweigen keinerseits die beträchtlichen Schwierigkeiten, die diese Stelle beim Studium bietet. Es ist sicher, dass die ganze Handlung nur verstanden werden kann, wenn man sie vor dem Hintergrund der Erziehung betrachtet. Jitzchak den vom Opfertod wieder Auferstandenen, sehen wir dem Geräusch der Welt gerne entzogen, lieber in der Nähe der Stille, als in der Nähe der Menschen. Als Jizchak, der das Ende seiner Tage fühlt, seinen Lieblingssohn, Esaw segnen will, ergreift Riwka zur List zum (Betrug). Sie war es, die in der Familie die aktive Gestallt war. Sie hat die Kinder in Ihrer Entwicklung beobachtet und Ihre Anlagen Studiert. Für Esaw war es immer wichtig das jetzt und heute, ihm ging es nicht um das Erstgeburtsrecht, ihm ging es schlicht um das physische Wohlbehagen des Augenblickes.
Was könnte er mit dem Erstgeburtsrecht anfangen, das in Wirklichkeit eine Erstgeburtspflicht darstellt? Ein Bissen Brot, eine Schüssel mit schmackhaften Linsen sind im von unendlich höheren Wert als alle diese nebelhaften Ideen, von denen er nie etwas verstehen wollte. In den Augen Jakows ist dieser Verkauf des Erstgeburtsrechts nur der letzte Beweis für die Missachtung der Pflichten des Erstgeborenen, die er schon lange vonseiten seines Bruders beobachtete. Diese Entgleisungen Ihres Sohnes und die Unfähigkeit den Segen Abrahams den kommenden Generationen zu vermitteln bemerkte Riwka und handelte. Sie musste handeln, denn sie begriff, das es keinen anderen Weg gab den Erstgeburtssegen dem richtigen zugeben. Riwka benutzt den Betrug als Waffe gegen die Feinde Abrahams, sie ist sich bewusst, das dies ein zweischneidiges Schwert ist. Ein Schwert, das sonst nur Männer führen um Ihre Ziele durchzusetzen. Sie wusste auch, das Sie dafür von Gott bestraft wird und dennoch will und wollte sie den Irdischen Kampf für Gott aufnehmen.
Auf welche Weise soll Sie ihrem Gatten ihre Beobachtungen mitteilen. Jitzchak, mit seinem Eigensinn und Starsinn eines alten Mannes, wird ihr nicht glauben. Er wird die Beobachtungen als falsch beurteilen und dann doch seinen Eigensinn durchsetzen. Er musste also auf politischem Wege dazu gebracht werden sein Verhalten und seine Beurteilungen zu ändern, ohne dabei sein Geicht und sein Ansehen zu verlieren. Sie konnte nicht zu Ihrem Mann gehen und Ihm berichten das er jahrelang Opfer eines schamlosen Betruges von Seiten Esaws war. Er der sich seit seiner Opferung sich mehr dem Himmlischen als dem Irdische widmete, die Stille liebte. Und nun da er alt war sich nach der Stärke und der Entschlossenheit sehnte die doch sein Sohn Esaw besaß. Aus diesem Grund sieht ihr Betrug die Entflechtung am Ende vor, die dem alten Vater die Augen öffnen soll. Die Mittel geben ihr recht. Trotz Zweifel lässt sich Jakow überreden in diesem Betrug mitzumachen. Zumal er schon längst die gleichen Kenntnisse über seinen Bruder gewonnen hat.
Doch dann als der Beweis erbracht war, durch die List und den Betrug Jakows und Riwkas, ist ein Schleier vor Jizchaks Augen zerrissen er sieht wieder klar.
Was lernen wir aus dem Geschehen. Vieles an der Geschichte ist bekannt, doch das List, Betrug und Unwahrheit, Mittel sein können im Kampf gegen das Böse. Oder Besser gesagt Mittel sein können für das Gute sehen wir ja schon in der täglichen Politik, die wir meist Jahre Später erst in Ihren Zusammenhängen erkennen. Es ist kein Freibrief, für Lügen und Betrug, nein nur ein erlaubtes Mittel im Kampf gegen das Böse und für eine gerechte Sache. Allerdings ist dies nicht der Weg für alle Menschen. Mann muss sich auch über die Folgen im klaren sein. Gott bestraft Lüge und Betrug, doch er segnet auch den Erfolg einer Mission. So haben die Menschen die dieses Mittel wählen um zum Ziel zu kommen, mit beidem zu rechnen. Strafe und Segen. Möge der Segen immer überwiegen.
Rav. Mordechay Kahane