JÜdische Gemeinde FÜR
Villingen - Schwenningen und Schwarzwald Baar e.V.

zur Startseite
Informationen über die Entstehung der Gemeinde
Termine & Jüdische Feste im Jahresverlauf
Termine & Jüdische Feste im Jahresverlauf
Das wichtigste jüdische Gebet
Geschichte der Villinger Juden
Die jüdischen Wochenabschnitte
Unterstützen Sie uns
Linksammlung der jüdischen Gemeinde
Kontaktieren Sie uns!
Verantwortliche & Rechtliches
Jüdische Gemeinde Villingen-Schwenningen

Parschat Vajischlach

Wilde 13

Was kann ein 13-jähriges Kind tun? In unserer Gesellschaft ist es nicht alt genug, um ein Auto zu fahren, zu wählen oder Alkohol zu kaufen. Dennoch ist es Brauch, dass ein 13-Jähriger die Mizwot auf seine schmalen Schultern nehmen muss. Woher kommt diese Idee?
Es gibt zwei Erklähungen. Die eine lautet: Dieser Brauch ist vom Thora-Abschnitt dieser Woche, Wajischlach, abgeleitet. Dort verteidigen Schimon und Levi im Alter von 13 Jahren die Ehre ihrer Schwester mit dem Schwert. Wenn sie alt genug waren, erwachsenen Männern gegenüberzutreten, um Dina zu rächen, müssen sie auch alt genug sein, um in die Gemeinschaft der jüdischen Erwachsenen aufgenommen zu werden.
Die andere Meinung sagt, G-tt habe Mosche diese Altersgrenze auf dem Berg Sinai bei der übergabe der Thora mitgeteilt.
Worin liegt der Unterschied zwischen diesen beiden Standpunkten? Der eine liefert eine vernünftige, gut verändliche Erklärung. Was Schimon und Levi taten, beweist ihre Reife, und darum gilt das auch für andere im gleichen Alter. Der andere Standpunkt geht dagegen von einem übernatürlichen, für uns nicht verst
הndlichen Grund aus.
Dienen wir G-tt logisch – oder nur, weil wir es müssen? Entscheiden wir uns dafür, weil der Verstand es uns rät oder weil wir das g-ttliche Joch auf uns nehmen? Die Antwort muss jeder selbst finden. Das zeigt auch der Wochenabschnitt, der mehr als einen Konflikt anspricht. In Wajischlach lesen wir auch, dass Jaakow mit einem Engel ringt und sein Name danach geändert wird: Nun heißt er Israel, „der mit G-tt rang“. Der Kampf – bei Schimon und Levi ein weltlicher Kampf – ist eine Metapher für den inneren Kampf, den alle Menschen austragen müssen. Wir sind fleischlich, und das Fleisch drängt uns in eine Richtung. Aber wir sind auch Geist, und der Geist drängt uns in eine andere Richtung. Beide Sehnsüchte lassen sich versöhnen, wenn wir eine Mizwah befolgen, denn dadurch versehen wir unser Tun mit einer g-ttlichen Aura.
Die Pflicht, die Mizwot mit 13 Jahren zu befolgen, bedeutet nicht, dass ein 13-J
הhriger schon so klug ist wie ein Erwachsener. Sie bedeutet, dass dies der Beginn eines lebenslangen spirituellen Kampfes ist.


Jeder ist in gewissem Umfang „nicht gut“. Ein materielles Wesen kann unmöglich makellos sein. Aber wir dürfen vor unseren Fehlern nicht fliehen und uns nicht vor ihnen verstecken, und wir dürfen vor ihnen nicht kapitulieren oder anderen ihre Fehler ständig vorhalten. Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass sie da sind, und sie systematisch ausmerzen. Erkenne dich selbst, und läutere dein Leben allmählich. Anfangs mag dein Weg schmutzig aussehen – aber es ist ein g-ttlicher Weg.


„Und er nahm von dem, was er in den Händen hatte ... ein Geschenk von Eisaw, seinem Bruder (32:14).
Frage: Sind die Worte „was er in den Händen hatte“ nicht überflüssig?
Antwort: Der Prophet Elijahu widersetzte sich den falschen Propheten, die Götzen anbeteten. Um sie zu entlarven, forderte er sie auf, ihrem Götzen einen Ochsen zu opfern. Er werde Haschem ebenfalls einen Ochsen opfern. Der wahre G-tt werde dann ein Feuer auf den Altar senden, welches das Opfer verschlingen werde.
Ein Ochse, den die falschen Propheten aussuchten, lief weg. Elijahu eilte ihm nach, und als er ihn fing, klagte das Tier: „Warum soll ich einem Götzen geopfert werden, während der andere Haschem geopfert wird?“ Elijahu tröstet ihn: „Ihr werdet beide Haschems Namen heiligen.“ Dann übergab er den Ochsen den falschen Propheten (siehe Raschi zu 1. Könige 18:26). Hier geschieht etwas
ִänliches. Jaakow bereitete die vielen Tiere als Geschenk für Eisaw vor, und alle weigerten sich zu gehen. Er musste sie mit der Hand berühren und dann überreden. Er versprach ihnen, sie dürften an einem kiddusch Haschem teilnehmen, denn wenn der Moschiach kommt, wird Elijahu dem jüdischen Volk das ganze Geschenk nebst Zinsen zurückgeben.
Als Jaakow den Eisaw traf, lehnte dieser das Geschenk ab und sagte: „Mein Bruder, lass das Deine dein sein“ (33:9). Warum war der sündhafte Eisaw plötzlich so großzügig? Er wusste, dass dieses Geschenk ihm nur zeitweilig gehören würde, weil der Moschiach es zurückgeben wird (siehe Breischit Rabba 78:12). Darum sagte er zu Jaakow: „Weil dieses Vieh dir bestimmt ist, behalte es, damit ich es nicht mühsam versorgen und später mit Zinsen zurückgeben muss.“

Ein Wunder für jeden
Eine Gruppe von Gymnasiasten besuchte einmal den Rebbe. Jeder Schüler hatte eine Frage vorbereitet, die er dem Rebbe im Laufe des Empfangs stellte. Gegen Ende der Begegnung hatte der Rebbe verschiedene Fragen beantwortet. Da fragte einer der Schüler: „Ich habe gehört, dass Sie Wunder vollbringen können. Ist das wahr? Haben Sie übernatürliche Fähigkeiten?“
Der Rebbe antwortete: „Die Fähigkeit, Wunder zu tun, ist nicht auf bestimmte Menschen beschränkt. Jeder von uns kann Wunder tun. Wir alle besitzen eine Seele, die ein Funke G-ttes ist. Darum haben wir die Macht, die Grenzen zu überschreiten, die unsere materielle Natur uns auferlegt, einerlei, wie unüberwindlich diese Grenzen uns erscheinen mögen. Um euch das zu demonstrieren, werde ich jetzt ein Wunder vollbringen.“
Der Rebbe lächelte als er die erstaunten

 Gesichter der jungen Leute sah, und fuhr fort: „Jeder in diesem Raum wird jetzt beschließen, in einer bestimmten Hinsicht besser zu werden. Jeder von euch wält etwas aus, was er für

 notwendig hält, was ihm aber bisher nicht gelungen ist. Trotzdem werdet ihr Erfolg haben und dadurch beweisen, dass die Seele wirklich imstande ist, die natüliche ,Wirklichkeit’ zu überwinden."

 

In diesem Sinne

M.Kahane..

zurück